Ingo Henze
Hommingberger Gepardenforelle
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    Die Hommingberger Gepardenforelle oder kann man alles glauben, was man im Internet findet
    Der Mensch neigt wohl dazu, etwas zu glauben, was schwarz auf weiß geschrieben steht. Oft hört oder liest man als Argument für die Richtigkeit einr Aussage etwas wie "das hab ich doch in dem und dem Buch gelesen" oder "das stand doch kürzlich in der Zeitung".
    Nun scheint sich das im Zeitalter der modernen Medien aber auch auf das Internet zu übertragen. Hier steht auch vieles geschrieben (nicht immer schwarz auf weiß, manchmal eher schrecklich bunt) und wird deshalb für bare Münze genommen.
    So auch die Sache mit der "Hommingberger Gepardenforelle", einem Fisch, den es in Wirklichkeit nicht gibt. Und dennoch findet man in den einschlägigen Suchmaschinen einige hunderttausend Treffer dazu. Was steckt nun eigentlich dahinter?
    Die Antwort ist recht einfach: eine falsch gewählte Telefonnummer, eine schlechte Telefonverbindung und die etwas nuschelige Aussprache eine gewissen Herrn Gebhard Hommingberger.

    Gebhard Hommingberger, Musiklehrer an einem Gymnasium in B. an der S., hatte eine sensationelle Entdeckung bei einer Urlaubsreise nach Steyr in Österreich gemacht.
    Vielen bekannt sein dürfte das "Forellenquintett" (eigentlich Klavierquintett A-Dur op. 114 D 667) von Schubert. Und Musikkenner wissen, das neben der etwas ungewöhnlichen Besetzung auch das Ende des 5. Satzes einige Rätsel aufgibt. Denn so unvermittelt wie das Ende ist, würde man eigentlich noch eine Fortsetzung (6. Satz ?) erwarten.
    Herr Hommingberger fand nun genau diesen von mehreren Schubert-Experten bereits vermuteten 6. Satz auf dem Dachboden seines Urlaubshotels. Zurück in B. wollte er die bedeutende Entdeckung dem renommierten Schubert-Institut in Bielefeld mitteilen, wählt als Vorwahl aber versehentlich 0511 anstelle von 0521 und landete so beim Heise-Verlag in Hannover.

    Dann ging alles sehr schnell. Nach seinem Namen und dem Grund seines Anrufes gefragt, antwortete er: "Hommingberger, Gebhard Forelle"...zzzkrrrzzz... (der Rest ging in einer Leitungsstörung unter). Nach einigem Hin und Her und weiteren Mißverständnissen erschien wenig später eine Meldung im Heise-Newsticker, die allerdings nichts mehr mit der Entdeckung von Gebhard Hommingberger zu tun hatte.
    Ab da entwickelte die Sache eine Eigendynamik und war nicht mehr aufzuhalten und zu korrigieren...

    Ein paar weiterführende Links zur vermeintlichen Forelle aus Hommingberg gibt es auf meiner Link-Seite.
    Was ausgewählte Suchmaschinen zum dem Thema finden: Hommingberger Hepardenforelle

    Hier noch meine Platzierungen mit dieser Seite:
    Hommingberger Hepardenforelle